Archive for the ‘Inland’ Category

Dougan verdient 1812 Mal mehr als seine Mitarbeiter

Monday, June 21st, 2010

Quelle: tagesanzeiger.ch

Muss er ja auch!
Schliesslich arbeitet er 1812 mal mehr als seine Mitarbeiter und trägt eine 1812 mal grössere Verantwortung als diese.

Der Chef der Grossbank, Brady Dougan, erhielt mit 90 Millionen Franken gemäss Travail.Suisse die höchste Vergütung im 2009. Das ist 1812 Mal mehr als der tiefste Lohn bei der Grossbank.
[...] Wegen der stetig steigenden Managerlöhne sei das wirtschaftliche Erfolgsmodell der Schweiz gefährdet, das auf Vertrauen, Anstand und einer funktionierenden Sozialpartnerschaft basiere, sagte Travail.Suisse-Präsident Martin Flügel vor den Medien in Bern.

Nein, nein… die Manager verdienen gerade richtig, die Mitarbeiter verdienen viel zu wenig!

An alle die jammern: Ihr müsst halt mehr arbeiten!

«Die Mitarbeiter müssen zwei Mal täglich ihre Mails und SMS prüfen»

Thursday, April 22nd, 2010

Quelle: tagesanzeiger.ch

Dominque In-Albon, Anfang 2007 haben Sie im Wallis in allen kantonalen Dienststellen die Möglichkeit von Telearbeit eingeführt. Warum?
Es kam der Wunsch von Mitarbeitenden, Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. 2006 haben wir uns entschieden, ein Pilotprojekt mit acht Mitarbeitern zu starten. Schliesslich muss man mit der Zeit gehen. Das Pilotprojekt ist derart erfolgreich ausgefallen, dass wir es nahtlos übernommen haben.

Es wird auch Zeit, dass man “Home Office” endlich ernst nimmt und dies je nach Branche und Aufgabe dem Mitarbeiter als Option anbietet. Bei meinem alten Arbeitgeber war es üblich, dass ich einen Tag pro Woche dies machen konnte. Der Kontakt beschränkte sich zwar auf Mail, IM und Telefon, aber dies war kein Nachteil, denn ich konnte mich voll und ganz auf meine Kerntätigkeit und alles ohne Ablenkung konzentrieren.

Gewerkschaften kritisieren unter anderem die soziale Isolation von Telearbeitern. Wie verhindern Sie diese?
Einerseits werden die Vorgesetzten darauf aufmerksam gemacht, die Telearbeiter bewusst stärker zu integrieren. So will man verhindern, dass sie vom Team ausgeschlossen werden. Wir haben aber auch klare Richtlinien. Telearbeiter müssen mindestens ein Arbeitspensum von 50 Prozent haben. Ausserdem dürfen sie nicht mehr als die Hälfte der Arbeitszeit von zuhause aus arbeiten.

50% finde ich auch vernünftig und könnte zudem den täglichen Rush-Hour-Wahnsinn extrem mindern. Es macht heutzutage wirklich keinen Sinn mehr, dass ein Systemadministrator zwei Stunden Arbeitsweg in Kauf nehmen muss, nur um dann den ganzen Tag vor einem Computer sitzen zu können – genau so wie zu Hause.

Wie kann die Arbeitsleistung überwacht werden?
Wir setzen auf Vertrauen. Wir sehen den Mitarbeiter zwar nicht, könnten aber anhand von den Resultaten überprüfen, was er leistet.

Wer den ganzen Tag in der Firma chattet oder Facebook geöffnet hat, arbeitet auch heute schon nicht. Dementsprechend dürfte auch das Arbeitsergebnis dürftig sein. Schlussendlich muss am ende des Tages, bzw. zum entsprechenden Termin die Arbeit in der gewünschten Qualität erledigt sein, dass “wie” und “wo” kann da IMHO eine untergeordnete Rolle spielen.

Gibt es weitere Vorgaben?
Es ist natürlich nicht das Ziel, dass Telearbeiter zuhause nebenher ihr Kind betreuen.

Dies wird kommen. Mal schnell das Kind in den Kindergarten fahren und um 12 Uhr wieder abholen, einkaufen um 15:45 Uhr, waschen um 17:05 Uhr.
Dafür wird dann bis 20:35 Uhr gearbeitet, da um 9:00 Uhr am darauf folgenden Tag Abgabetermin ist.

…Es versteht sich auch von selbst, dass man sich nicht im Pyjama an den Computer setzt.

Natürlich :-)

Werden Sie nun von Anträgen überrannt?
[...]
Bis jetzt haben wir 32 Telearbeiter auf über 3000 Mitarbeiter.

Das sind 32 Personen weniger, die den Pendlerverkehr tagtäglich belasten…

Bundesrat Maurer, der grosse Verhinderer

Friday, April 2nd, 2010

Quelle: tagesanzeiger.ch

Betreffendes bitte für die Wahl 2011 ankreuzen

[ ] Abwahl von Ueli Maurer als Bundesrat
[ ] Wiederwahl von Ueli Maurer als Bundesrat
[ ] Bin noch unschlüssig

In diesem Sinne: Schöne Ostern!

Volkswille über alles – auch über das Folterverbot

Monday, December 14th, 2009

Quelle: tagesanzeiger.ch

Die SVP plant nach den Worten ihres Parteipräsidenten Toni Brunner eine Volksinitiative gegen jede Einschränkung des Initiativrechts. Damit soll das Volk immer das letzte Wort haben. Die Partei müsse der Entwicklung entschieden entgegentreten, die demokratischen Rechte auszuhebeln, sagte Brunner in einem Interview der «SonntagsZeitung». Damit würde die SVP den Willen des Schweizer Volkes über alles andere stellen – selbst über das zwingende Völkerrecht, das etwa Folter verbietet.

Toni, jetzt wird es aber peinlich.
Das schöne an der direkten Demokratie ist doch, dass nach der Abstimmung wieder vor der Abstimmung ist. Das Volk hat jederzeit die Möglichkeit einen Beschluss zu revidieren – den aktuellen Umständen anzupassen also.

Der St. Galler Nationalrat verwies auf die Debatte über die Ausschaffungsinitiative und sagte, in der Schweiz bestehe keine Gefahr, dass grundlegende Menschenrechte in Frage gestellt würden. Deshalb gebe es auch keine Rechtfertigung dafür, die demokratischen Rechte einzuschränken.

In der Frage des Minarett-Verbotes könnte eine Verletzung von grundlegenden Menschenrechten sehr wohl tangieren. Dies wird ja momentan geprüft.

«Ich bin überzeugt, dass wir in einer funktionierenden Demokratie selbst vor solch absurden Ideen keine Angst haben müssen», meint Brunner dazu. Hätte wirklich jemand diese Idee – was er nicht glaube –, müsste darüber diskutiert werden können, um das Anliegen anschliessend «zu bodigen».

Ein wenig naiv Toni?
1990 wurde Appenzell Innerrhoden, gestützt auf den 1981 eingeführten Gleichstellungsartikel, vom Bundesgericht “gezwungen”, die Frauen am politischen Geschehen teilnehmen zu lassen.
Wenn es nach der Logik der SVP ginge, so wäre es ganz Ok auch heute noch den Frauen im Appenzell Innerrhoden das Stimmrecht zu verwehren. Schliesslich haben die Männer (Volk?) ja entschieden.

Die lebenslange Verwahrungsinitiative ist mit dem gleichen Makel behaftet. Kein seriöser Psychiater kann eine Prognose für einen Zeitraum von 20 Jahren, geschweige lebenslang abgeben, ohne die Möglichkeit zu haben, den Fall zwischendurch erneut prüfen zu können. Daher wird dieser Volksentscheid nicht umgesetzt werden können.

Ich möchte den Toni Brunner sehen, der vor den Medien steht und bekannt gibt, dass seine SVP aufgelöst werden muss, weil er die Abstimmung der Initiative: “SVP – Eine Partei die die Schweiz nicht braucht” verloren hat. Könnte Toni Brunner diesen Volksentscheid ohne zu murren (er)tragen?

Ein senkrechter Schweizer

Tuesday, December 8th, 2009

Quelle: tagesanzeiger.ch

[...] Bei den inzwischen auch vom parteiunabhängigen Informationskomitee verbreiteten Musterbriefen müssen nur noch die Namen der Gesuchsteller eingesetzt werden. Die Ablehnungsgründe liefert Liebrand gleich mit: keine Integration oder wenig gesellschaftliche Aktivitäten, mangelnde, machohafte, kulturfremde Strukturen, oder: unanständiges, unflätiges sowie gewaltbereites und Gewalt verherrlichendes Verhalten. Aus den Argumenten sollen jene ausgewählt werden, die zutreffen, liess Liebrand wissen.

Der noch sehr junge Anian Liebrand kann anscheinend noch gar nicht wissen, dass ein grosser Teil unseres Wohlstandes von Menschen erschaffen wurde, die – wenn es nach der SVP ginge – nie einen Schweizerpass bekommen würden.

Lieber Anian,
dieser “Musterbrief” ist keine wirkliche Leistung, denn dieser löst keines der Symptome die du als Ablehnungsgründe aufzählst. Was wirklich helfen würde, wäre ein Massnahmenkatalog um diese “Probleme” in den Griff zu kriegen und nicht immer darauf herumreiten zu müssen, was diese “Ausländer” alles nicht können oder wollen.

Ins Blickfeld einer breiten Öffentlichkeit rückte Liebrand mit provokanten Stellungnahmen etwa zum Holocaust-Gedenktag an einer Luzerner Kantonsschule, an der nicht «die einzigartige Schweizer Geschichte» gelehrt werde, sondern «den Schweizern eine Mitschuld untergejubelt wird», wie er in einem Mail kritisiert

Solche Aussagen zeigen auf, dass es im Bereich Geschichte: “Die Schweiz im zweiten Weltkrieg” noch Defizite gibt, die du sehr wohl durch das Studium von historischen Dokumenten und Büchern beseitigen kannst.

Vielleicht, so sinniert seine Mutter, sei das bei ihrem Sohn alles nur Jugendsünde und Revolte. Wenn er dann mal fest im Leben stehe, werde das wohl anders.

Ich schliesse mich der Einschätzung deiner Mutter an, erst mal die Rekrutenschule fertig absolvieren, dann vielleicht noch ein Aufenthaltsjahr im Ausland einlegen (hilft Vorurteile abzubauen) und dann kommt das schon gut…

Lieben Gruss,
Daniel Schurter
(Parteilos)

Minarett-Initiative mit 57 Prozent angenommen.

Sunday, November 29th, 2009

Tja, der Souverän hat gesprochen.
Die SVP und EDU haben es tatsächlich geschafft mit dieser unwürdigen und angst-schürenden Initiative eine Mehrheit des Stimmvolkes für sich zu gewinnen. Dieser Tag hat dem Ansehen der Schweiz und ihrer sonst so liberale Haltung gegenüber anderen Kulturen und Religionen definitiv geschadet. Ob sich dieser Volksentscheid auch tatsächlich politisch und juristisch umzusetzen lässt, bleibt für mich noch unbeantwortet. Die Verfassung der Schweiz und die Menschenrechtskonvention spricht dagegen, wie hier nochmals vermerkt wurde.

Schade, aber der Wille des Volkes ist zu respektieren.

Geothermie: Winterthur startet Machbarkeitsstudie

Monday, November 9th, 2009

Quelle: tagesanzeiger.ch

Die Nutzung der tiefen Geothermie wäre ein bedeutender Beitrag zur langfristigen Sicherung des Wärme- und Strombedarfs Winterthurs, heisst es weiter. Zudem würde auch die Abhängigkeit von Drittlieferanten verringert.

Etwas weiter ist man in Sachen Geothermie in der Stadt Zürich. Im Triemli-Quartier startet demnächst eine geologische Erkundungsbohrung. Sie klärt die Möglichkeiten der Wärmegewinnung ab.

Für so ein kleines Land wie die Schweiz ist es beachtlich, dass sie im Internationalen Geothermie-Wärme-Nutzungs Vergleich doch auf Platz 9 liegt.

Weiter so, wir sind auf dem richtigen Weg und am 29.11.09 für den Objektkredit von 19.89 Mio. auf 38.7 Mio. Franken für Geothermienutzung im Triemli-Quartier mit einem “JA” stimmen.

Auch Bürgerliche jetzt für Einheitskasse

Monday, November 2nd, 2009

Quelle: tagesanzeiger.ch

Es wird auch langsam Zeit das die Einheitskasse kommt. Das Geld welches die Krankenkassen jedes Jahr für Werbung ausgeben könnte sinnvoller eingesetzt werden. Da jede Krankenkasse in der Grundversicherung die gleichen Leistungen anbieten muss und Kassen mit “guten Risiken” einen Ausgleich an die Kassen mit “schlechten Risiken” in einen Fond abtreten müssen, macht ein Wettbewerb auch keinen Sinn.

Vielleicht müssen die Krankenkassenprämien erst nochmals um 20 Prozentpunkte steigen bevor die Einheitskasse endlich Realität wird, ich denke dies wird in den nächsten fünf Jahren der Fall sein – hoffentlich.

Meine ganz persönliche Wunschliste:
- Nur das günstigste Medikament wird bezahlt (Ausnahmen bei Unverträglichkeit bleiben bestehen)

- Ärzte bekommen einen fixen Lohn und müssen nicht mehr möglichst viele Patienten haben um ein Auskommen zu haben

- Cleveres Sharing von Medizinalthechnik zwischen zwei oder mehreren Standorten

- Prävention jeglicher Art wird gefördert und belohnt

- Ärztewahl für die Krankenkassen

- Positivliste der Wirkstoffe

Hoffentlich ist dies erst der Anfang der Optimierungsbestrebungen und weitere “Einsichten” werden endlich umgesetzt.

Frage des Tages

Monday, October 19th, 2009

Wird das Ultimatum von Bundesrat Merz zu einem Multimatum?

Minarett-Plakate: Basel verbietet sie, Zürich zaudert

Tuesday, October 6th, 2009

Quelle: tagesanzeiger.ch

minarettverbot

Das dieses Plakat in Basel verboten wurde finde ich soweit in Ordnung. Das man dies überhaupt verbieten muss finde ich eigentlich traurig, denn diese Propaganda ist in mehreren Punkten falsch und irreführend.

  • Der Bau eines Minarett ist Baubewilligungspflichtig und diesbezüglich gibt es ganz klare Bestimmungen wie hoch maximal ein Minarett sein darf. Hier wird es also keine “Islamic Skyscraper” geben.
  • Es wird auch kein Muazin fünf mal am Tag die Gläubigen zum Gebet aufrufen, denn dies wäre ebenfalls Bewilligungspflichtig. Das in der Schweiz in jedem Dorf mindestens ein Kirche steht, die jede Viertelstunde die Zeit in Form von Glockenschlägen angibt, wird bei dieser Diskussion häufig vergessen.
  • Der Zusammenhang zwischen dem Bau von Minaretten und der Burka tragender Frau kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Laufen denn bei uns alle Frauen wie Nonnen herum, nur weil in jedem Dorf eine Kirche steht?
  • Warum sind die Minaretten in schwarz und nicht wie üblich in weiser Farbe gehalten? Hier wird bewusst Angst geschürt und auf fragwürdige Symbolik zurückgegriffen.

Wir haben in der Schweiz Religionsfreiheit. Dies bedeutet in erster Linie mal, dass jeder Mensch sein Glaube ausleben kann und deswegen nicht diskriminiert werden darf. Länder wie Saudi Arabien oder auch die Türkei mögen dies gegenüber Andersgläubigen Menschen bei sich zu Hause anders handhaben, wir sollten uns aber von diesen Praktiken distanzieren und nicht ins gleiche Horn blasen.

In der Bibel wird zudem nirgends davon gesprochen das Kirchtürme gebaut werden müssen. Ich möchte das Geschrei der SVP und EDU hören, würde man ein generelles Kirchturm Verbot fordern.

Solange Glaubensgemeinschaften – egal welche – keine rechtsstaatswidrige Handlungen begehen und andere Menschen – ob gläubig oder nicht – keiner ihrer Dogmen aufzwingen, haben diese einen Platz in unserer Gesellschaft und dem sollten wir Rechnung tragen.