Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

Witz des Tages – youhavedownloaded.com

Monday, December 12th, 2011

www.youhavedownloaded.com

Diese Webseite sammelt die IP Adressen von Rechnern, welche illegal Filme, Musik oder sonstige verbotene Dinge aus dem Internet heruntergeladen haben. Dabei werden die Dateien, welche heruntergeladen wurden, schön aufgelistet und in mittelalterlicher Manier in Verbindung der IP Adresse an den Pranger gestellt. Die drei Guys Suren, Ruslan und Ilia haben diese Seite aufgebaut und bieten sogar einen Bannerservice (Scare your friends) an, um sündige Downloader ihr schlechtes Benehmen aufzuzeigen.

Das Ganze sieht mir nach einem gut gemachten Scherz aus, vermutlich um die Benutzer davon zu warnen wie einfach die Film- und Musikindustrie die Verbindung von IP Adressen zu illegalen Inhalten machen kann. Dies mündete in der Vergangenheit nicht selten in Abmahnungen und der Androhung von Zahlungen in die Hunderttausende.

Ein guter Beitrag aus dem Jahr 2008 über das Thema Copyright in der heutigen Zeit.

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Washington droht der Schweiz mit Visumspflicht

Wednesday, December 7th, 2011

Quelle: tagesanzeiger.ch

Die USA wollen auf Schweizer Polizeidatenbanken mit DNA-Profilen und Fingerabdrücken zugreifen. Der Bund steht unter Druck.

Hoffentlich knickt dieser nicht ein…

Verwehrt die Schweiz den USA den Zugriff auf ihre Polizeidatenbanken, bleibt das nicht folgenlos: Für diesen Fall sieht die USA die Wiedereinführung der Visumspflicht für US-Reisende aus der Schweiz vor. Dabei steht der Bund gehörig unter Zeitdruck, bereits im Juni 2012 läuft die Frist der Amerikaner ab. Steht bis dahin das Abkommen nicht, das den vorgesehenen Abgleich von Polizeidaten regelt, wollen die USA das sogenannte Visa Waiver Program aufkündigen, das die visafreie Einreise in die USA erlaubt. Im vergangenen Jahr machten laut Angaben der US-Botschaft über 340 000 Schweizer Touristen und Geschäftsleute von dieser Möglichkeit Gebrauch. Fortan müssten diese Leute rund 130 Franken für die Ausstellung eines Visums bezahlen und zugleich persönlich auf der Botschaft vorsprechen.

Wie sieht es mit dem automatischen Datenaustausch von US-Bürgern aus, welche die Schweiz besuchen wollen? Gibt es dazu auch Pläne und wie hoch wird deren Visagebühr sein, sollte sich die USA querstellen uns diese biometrischen Daten zur Verfügung zu stellen?

Der angestrebte Austausch von Polizeidaten geht zurück auf die Gesetzgebung nach den Terroranschlägen von 9/11. Im Jahr 2007 verabschiedete der US-Kongress ein Gesetz, das die visafreie Einreise nur noch Ländern gestattet, die ein sogenanntes PCSC-Abkommen unterzeichnen («Preventing and Combating Serious Crime»). Im Klartext:
Ratifiziert die Schweiz den Vertrag, können die US-Behörden künftig direkt via Computer auf die Schweizer Datenbank zugreifen und überprüfen, ob zu einem Fingerabdruck oder einem DNA-Profil Informationen vorliegen. Trifft dies zu, können sie die Aushändigung von Name, Alter, Passnummer wie auch den Schweizer Strafregisterauszug bei den Schweizer Behörden beantragen. Zugleich fordern die USA von den Schweizer Nachrichtendiensten und Polizeibehörden, dass diese Informationen über Terrorverdächtige übermitteln.

Da die US-Behörden schon im Vorfeld den Fingerabdruck haben müssen um überhaupt auf die Information in der Datenbank zugreifen zu können, stellt sich mir die Frage, warum diese dann noch Name, Alter und Passnummer in Erfahrung bringen müssen, zumal jeder der die USA bereist, diese Daten inkl. Fingerabdrücke seit Jahren schon bei der Einreise bekanntgeben muss?

Problematisch daran: In den USA ist das Datenschutzrecht nur rudimentär entwickelt. Ein Auskunftsrecht für die Bürger anderer Staaten gibt es nicht. Mit anderen Worten: Es dürfte für Privatpersonen aus der Schweiz kaum möglich sein, die Löschung oder Korrektur falscher oder widerrechtlich übermittelter Datensätze zu erwirken. Dies bleibt den Daten übermittelnden Behörden vorbehalten. Kritiker befürchten denn auch, dass vom Ausland übermittelte Personenerkennungsdateien in den USA dauerhaft gespeichert, verarbeitet und zweckentfremdet würden, ohne dass die Betroffenen etwas dagegen unternehmen könnten.

Die Art des Terrorismus welches den USA Sorgen bereitet ist der “Schläfer”, der “unerwartet” zuschlägt. Diese Gestalten sind nicht polizeilich erfasst und werden auch mit dem PCSC-Abkommen nicht entdeckt. Warum die US-Behörden ganze DNA-Profile für die Prävention und Bekämpfung von Verbrechen benötigen, entzieht sich meinem Verständnis. Geht es dabei darum, Verbrechen in den USA aufzuklären, welche von ehemaligen Einreisenden begangen wurden? Dafür gibt es doch innerhalb der Verbrechensbekämpfung verschiedene Schnittstellen zu den Strafverfolgungsbehörden der einzelnen Ländern? Zudem: Eine begangene Straftat in den USA durch einen Schweizer-Reisenden und DNA-Spuren am Tatort, bring den US-Behörden keinerlei Erkenntnisse über den Täter, wenn dieser in der Schweiz nicht auffällig geworden ist.
Hingegen wird die False-Positive-Rate massiv ansteigen, sei es in der fehlerhaften Übermittlung der Daten oder deren Interpretation zu einem späteren Zeitpunkt.

[...]
Auch gegenüber der Schweiz machten die US-Behörden bei den ersten Gesprächen keine Anstalten, auf Sonderwünsche einzugehen.
[...]
Entweder die Schweiz halte die vorgegebene Frist ein – oder die ungehinderte Einreise von Schweizer Bürgern in die USA werde schon bald der Vergangenheit angehören, hiess es vonseiten der US-Verhandlungsdelegation.

So gehen Freunde miteinander um – oder anders formuliert: Entweder bist du für mich, oder gegen mich.

Die USA haben natürlich das Recht ihre Grenzen mit den für sie besten Methoden zu schützen. Wir Schweizer haben dieses Recht aber auch und sollten uns fragen, ob wir den automatischen Datenaustausch mit den USA nicht auch für nötig befinden? Denn uns sollte eines bewusst sein: Das Land welches prozentual die meisten Verbrechern inhaftiert hat, ist die USA und davon müssen wir unsere kleine Schweiz doch eigentlich schützen, notfalls mit der Wiedereinführung der Visapflicht. Und wir können unterdessen immer noch ohne Visum nach Kanada einreisen, ein wunderschönes Land übrigens :-)

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Gripen: «In Schweden wird er sogar von verschneiten Strassen aus eingesetzt»

Thursday, December 1st, 2011

Quelle: tagesanzeiger.ch, tagesanzeiger.ch – Golf statt Ferrari

Ob die bestehenden Tiger-Kampfflugzeuge der Armee ersetzt werden muss, weil diese zu alt für die Landesverteidigung ist, kann ich nicht beurteilen, da mir das entsprechende Wissen fehlt. Die Entscheidung den Gripen anstelle des Eurofighters und der Rafale für eine Neubeschaffung vorzuziehen finde ich sehr vernünftig. Da wurde offensichtlich neben der guten Wartbarkeit der Maschinen auch die Robustheit, den Anschaffungspreis und die Folgekosten genau angeschaut. Der endgültige Entscheid über den Kauf des Gripen sollte aber immer bei Volk liegen. Zu schade das ganze Geplänkel über den Kampfjet-Kauf innerhalb des Militärbudget, um so keine Volksabstimmung durchführen zu müssen.

Das in naher Zukunft unbemannte Drohnen die Luftüberwachung übernehmen werden könnte ein Grund sein für die Wahl der “Budget”-Variante. Der Gripen ist mit Abstand der günstigste Kampfjet in dieser Evaluation.
Ich stelle mir aber schon die Frage, ob wir die Überwachungsflüge nicht noch weiterhin mit der bestehenden Flotte hätten abdecken können.

Ich bin mir auch nicht sicher, wie ich heute als Bürger für den Kauf eines neuen Kampfjets abstimmen würde. Das Problem sehe ich in der Informationspolitik generell. Zum einem wird die GSoA sowieso gegen den Gripen sein, da sie Investition in militärische Güter per Definition als unnötig ansieht. Zum anderen gibt es da die Position der extremen Befürworter, welche mit Bedrohungsszenarien aus dem letzten Jahrhundert für den Kauf der Kampfflugzeuge argumentieren. Ich habe heute mich mit zwei Kollegen über dieses Thema unterhalten. In dieser Frage gibt es offensichtlich nur die beiden extremen Positionen: Dafür oder dagegen, schwarz oder weiss.

Ich wünsche mir in dieser Frage eine transparente Debatte darüber, warum wir diesen neuen Gripen brauchen und warum die heutigen Flugzeuge in den nächsten 10, 20 Jahren dieser Arbeit nicht mehr nachkommen können. Dabei kann ich getrost auf Parolen verzichten, welche die Unabhängigkeit der Schweiz in Frage stellt und Bedrohungsszenarien heraufbeschwören, bei denen ausgerechnet 22 neue Gripen diese abzuwehren vermögen. Reflexartiges negieren eines Neukaufs aus ideologischen Gründen sollte ebenfalls unterlassen werden. Es mag zutreffend sein, dass wir im Herzen von Europa keiner unmittelbaren Kriegsgefahr ausgesetzt sind. Eine Zusammenarbeit unserer Streitkräfte mit Europa, welche ja immerhin unsere Verbündeten sind, ist bestimmt nicht das dümmste was wir machen können.

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Jeder zweite Schweizer ist zu dick

Sunday, November 20th, 2011

Quelle: tagesanzeiger.ch

53 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist zu dick. Dies belegen neue Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG), welche die «SonntagsZeitung» heute publiziert hat. Den Daten zufolge haben 58 Prozent der Frauen und 48 Prozent der Männer einen zu grossen Bauchumfang. Die Messung des Bauchumfangs dient dem BAG als Indikator für das Risiko für Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. Er sei zuverlässiger als der Body-Mass-Index, der gemeinhin als Gradmesser für Übergewicht gilt. Denn das Risiko für die Krankheiten steige mit jedem Zentimeter Bauumfang.

Es gab viel weniger Menschen, welche als “Dick” galten, als noch mittels Body-Mass-Index gemessen wurde. Schnell die Kriterien anpassen und plötzlich sind gleich mehr Menschen übergewichtig!

Es drängt sich mir der Verdacht auf, dass bestimmte Interessengruppen diese neue Bewertungsgrundlage forciert haben könnten. Immerhin lässt sich im Gesundheitssektor sehr viel Geld verdienen und wenn plötzlich über 50(!) Prozent der Schweizer Bevölkerung als zu dick gelten, dann stecken da wirtschaftliche Gründe dahinter.

Die Pharmaindustrie wird bestimmt bald neue Medikamente für die geplagten Dicken bereitstellen. Für die andere Hälfte der Bevölkerung gibt es natürlich auch etwas in Tablettenform. Zwar sind diese Menschen gemäss Definition heute noch nicht dick, aber möglicherweise schon leicht oder mittel übergewichtig und sollten daher präventiv vorsorgen.

Den Bauchumfang als alleinige Grundlage für die Definition von “Dick” heranzuziehen, scheint mir sehr willkürlich und berücksichtigt weder die Körpergrösse, das aktuelle Alter, die Ernährung und andere Lebensumstände.

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Asylbewerber machten Ferien in ihren Heimatländern

Friday, November 18th, 2011

Quelle: tagesanzeiger.ch

Die Reisefreiheit für vorläufig aufgenommen Asylbewerber soll nach nur einem Jahr wieder eingeschränkt werden. Diese berichten die Nachrichten des «SRDRS». Als Grund werden Missbräuche genannt.

Laut Angaben des Bundesamtes für Migration haben rund hundert Flüchtlinge Besuche in ihren Heimatländern gemacht; sind also dorthin gereist, wo sie angeblich gefährdet sind. Damit haben die betroffenen Asylbewerber ihren Status verwirkt und müssen daher die Schweiz verlassen.

Ich wusste gar nicht das bei einem laufenden Asylgesuch der Asylbewerber das Land verlassen kann. Als Asylsuchende mal rasch so in das Heimatland zurückzukehren finde ich schon ziemlich dreist…

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Ein grünes Kleid für H&M

Wednesday, November 9th, 2011

Quelle: tagesanzeiger.ch

Das Modehaus will offenbar sein ökologisches Image verbessern. Auf dem Werbeflyer heisst es, H&M wolle «als gutes Beispiel vorangehen» und beim Verkauf von Kleidung auch gleich für deren Wiederverwertung sorgen. Laut H&M Schweiz steht bei der Aktion das Engagement für die Umwelt im Vordergrund. Es sei wichtig, dass alle ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten würden, so Pressesprecher Christian Walcher. Ein Teil des Erlöses aus dem Recycling werde zudem für soziale Projekte gespendet.
[...]
Dass H&M an einem geringeren Kleiderdurchlauf nicht interessiert sein kann, liegt auf der Hand. Ein besseres Umweltimage käme jedoch gelegen: Seitdem bekannt geworden ist, dass in New Yorker H&M-Geschäften unverkaufte Ware zerschnitten und in Müllcontainern entsorgt wird, besteht punkto Umweltreputation Nachholbedarf.

Green washing der feinsten Art.
Diese Aktion ist lächerlich, da diese zeitlich begrenzt ist und zudem nur ins Leben gerufen wurde, nachdem H&M erwischt wurde, wie sie unverkaufte Ware entsorgen wollte.

Christa Luginbühl, Verantwortliche für die Clean Clothes Campaign bei der Erklärung von Bern, hat gegenüber der Kampagne von H&M einen grundsätzlichen Vorbehalt. Konsumenten sollten durch Recycling- und Rabattaktionen nicht zu Mehrkäufen animiert werden, sagt sie. Besser wäre es, eine kritische Haltung beim Einkauf zu fördern: um generell die Tragedauer von Kleidern zu verlängern und den modischen Durchlauf zu verringern. Wenn Umtauschaktionen Herrn und Frau Shopper dazu verführen, das Oberteil, die Strickjacke und den Kapuzenpulli noch schneller auszuwechseln, so ist der Nutzen des Recyclings dahin.

Die Qualität der Kleidungsstücke von H&M ist teilweise so schlecht, dass diese schon nach dem zweiten Waschgang an den Nähten aufreissen. Klar, der Preis ist unverschämt günstig, was bei einem Blick auf die Etikette in Bezug zum Herkunftsland auch verständlich ist. Das der grösste Teil aller Textilien heute aus Fernost, sprich China, Bangladesch oder den Philippinen kommt und diese unter teils fragwürdigen Bedingungen produziert werden, sollte auch kein Geheimnis mehr sein. Umso wichtiger ist es, dass die Kleidungsstücke in punkto Umwelt- und Mitarbeiterschutz einem Mindeststandard genügen und sich nicht nur eine Saison tragen lassen ohne sich gleich aufzulösen.

Natürlich waschen die anderen Textilunternehmen auch nur mit kaltem Wasser und nicht nur H&M lässt seine Textilien in Ländern wie Bangladesch produzieren. Da aber H&M trotz billigst Preisen ein sehr hohen Gewinn mit dem Verkauf erzielen kann sollte nachdenklich stimmen, zu welchen Konditionen die Arbeiter diese Kleidungsstücke produzieren müssen.

H&M Produktionsbedingungen in Bangladesh

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Wie viele Sklaven arbeiten weltweit für deinen Lebensstandard?

Friday, November 4th, 2011

Quelle: tagesanzeiger.ch

Die Seite http://www.slaveryfootprint.org zeigt schonungslos auf, wie viele Menschen – auch Sklaven genannt – weltweit einem den eigenen Lebensstandard ermöglichen.

Dabei werden 11 unterschiedliche Themengebiete wie Kosmetika, Unterhaltungselektronik oder Essgewohnheiten abgefragt. Aber auch der Wohnort oder die Anzahl Kinder beeinflussen das Ergebnis. Eine zusätzliche Feineinstellung erlaubt einem punktgenau einzelne Produkte auszuwählen, hier ahnt man schon, dass der Konsum von Zitrusfrüchten irgendwas mit Ausbeutung zu tun haben könnte, hört und liest der aufmerksame Mensch doch immer wieder etwas davon in den Medien. Aber was ist mit dem Verzehr von Salz, oder der Benutzung von Sonnencreme?

Ein grosser Posten ist die ganze Unterhaltungselektronik und der mündige Bürger kennt heute die ausbeuterischen Praktiken in den Fabriken, in denen unsere Gadgets wie Handys, Notebooks oder auch BlueRay-Disks hergestellt werden. Wer schon mal etwas von seltenen Erden wie Coltan und das daraus gewonnene Tantal gehört hat, merkt spätestens an dieser Stelle, wo das ganze hinführt.

Das Ergebnis hat mich überrascht: 24 Sklaven sind nötig um meinen jetzigen Lebensstandard zu ermöglichen, eine Zahl die mich nachdenklich stimmt.

Danach habe ich den Test nochmals durchgeführt, diesmal habe ich mich auf das Minimum an Ressourcen beschränkt.

Selbst als 100 Prozent Veganer, der jegliche Art von Zitrusfrüchten, Soja und Palmöl meidet, keinerlei Elektronik, keine Kosmetika benutzt und nur ein paar Hosen, sowie ein paar Schuhe, Socken und Unterwäsche besitzt, arbeiten immer noch acht Sklaven für meinen Lebensstandard.

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Viele in der Zürcher SVP haben genug von Blocher und Mörgeli

Wednesday, October 26th, 2011

… viele Zürcher auch.

Quelle: tagesanzeiger.ch

In der Zürcher SVP waren die Mitglieder schon glücklicher. Der Verlust von 4,3 Wählerprozenten schlägt auf die Moral – und vor allem auch auf die Einigkeit in der Partei. Dass die 35-jährige Natalie Rickli Übervater Christoph Blocher vom 7. Platz aus überholt und distanziert hat, wirkt in der Partei wie ein Fanal. Zudem wurden alte «Schlachtrösser» wie Toni Bortoluzzi, Max Binder, Hans Fehr, Ulrich Schlüer und Ernst Schibli zurückgestuft oder gar abgewählt. Jüngere hingegen machten Boden gut: Gregor Rutz, Thomas Matter oder Hans-Ueli Vogt. Nur die 25-jährige Anita Borer wurde brutal durchgereicht.

Dies darf nicht überraschen, wenn jahrelang nur Nein-Parolen und Polemik von dieser Partei kommt. Die SVP wird sich fragen müssen, warum die BDP so viele Neustimmen auf ihr Konto verbuchen konnte. Möglicherweise hat es etwas mit dem Ton zu tun, mit der die Partei politisiert.

Das den alten “Schlachtrösser” der SVP das Futter entzogen wurde, hat sicherlich auch etwas damit zu tun, dass man der jungen SVP-Generation eher zutraut, auf komplexe Fragen dieser Zeit, lösungsorientierte Antworten zu finden, die im Miteinander entstanden sind. Ob diese jungen Aspiranten das Zeug haben sich politisch zu emanzipieren, wird sich zeigen.

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

«Für was demonstrieren die?»

Saturday, September 17th, 2011

Quelle: tagesanzeiger.ch

Lange war die illegale Party auf dem Helvetiaplatz friedlich. In der Nacht von Freitag auf Samstag hatten sich schätzungsweise 200 zumeist jugendliche Personen dort versammelt, tranken Alkohol, rauchten und tanzten zur Musik, die aus einer mobilen Anlage dröhnte. Einzelne Knallpetarden wurden abgefeuert, einmal ein Auto mit Feuerwerk beworfen. Doch bis um zirka 1 Uhr kam es zu keinen grösseren Zwischenfällen.

Offenbar waren die Organisatoren nicht zufrieden mit dem «Freiraum», den sie stundenlang unbehelligt besetzen konnten. Die Kerngruppe der Party-Demonstranten zog den Wagen mit der Musikanlage unter dem vom Regen geschützten Unterstand hervor Richtung Stauffacher. Auf der Strasse formierten sich etwa 20 Vermummte hinter einem roten Transparent mit der Aufschrift «Saubanner-Zug» und den Logos von «Blick» und «20 Minuten». Die Polizei hielt sich bis dahin zurück. Sie war auf dem Platz nicht sichtbar. In den Seitenstrassen standen jedoch Einheiten für den Einsatz bereit.
[...]
Angezogen von der Musik folgten einige Ausgänger der Demonstration. Einige rechneten wohl damit, dass es «jetzt abgeht», wie ein Teenager zu seinen Kollegen sagte. «Komm, wir werfen Steine», sagte ein anderer und reihte sich in den Tross ein. Zwischenzeitlich skandierte die Menge: «Stoppt die Party-Polizei!» oder grölte im Chor auf italienisch einen Fluch, adressiert an die Polizei.

Nach zwei Uhr bogen die Krawallanten von der Lang- in die Militärstrasse ein und marschierten Richtung Kasernenareal. Vor dem Posten der Kreiswache 4 schritt die Polizei ein. Mit Tränengas, Gummischrot und einem Wasserwerfer drängten sie die Menge zurück und löste die Demonstration in wenigen Minuten auf.

Man treibt das Ganze so lang auf die Spitze bis die Polizei einschreiten muss. Aber natürlich hat die Polizei schon wieder unverhältnismässig reagiert und trägt an allem die Schuld.

Was wollt ihr eigentlich mit diesen Aktionen genau bezwecken? Um kulturelle Freiräume kann es sich dabei offensichtlich nicht handeln, denn dafür muss nicht die Polizei mit Flaschen und Steinen beworfen werden.

Liebe Organisatoren dieser Demo: Teilt ihr die Ziele der Chaoten (Was für Ziele das auch immer sein mögen), oder warum toleriert ihr dieses Vorgehen, nein, verteidigt es sogar noch? Ich empfehle euch die geplante “Demo” am Samstag abzusagen, denn die Botschaft kommt nicht so an wie ihr das erhofft habt, ausser ihr teilt die Botschaft der Chaoten. Arbeitet mit den Behörden und der Polizei zusammen, nutzt die Medien um eure Botschaft zu platzieren und sorgt dafür, dass diese Chaoten-Weichbecher keine Plattform an euren Demos bekommen.
Denn momentan werdet ihr in der Öffentlichkeit mit den Chaoten gleichgesetzt, eine Differenzierung scheint in dieser Konstellation fast nicht möglich sein.

Ist dies von euch so beabsichtigt?

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Kommt Oswald Grübel nun ins grübeln?

Friday, September 16th, 2011

Quelle: tagesanzeiger.ch

Danke Philipp Löpfe für die gute Erklärung von CDO und ETF’s.

Opps, I did again!
So oder ähnlich könnte man den neusten zwei Milliarden-Verlust von der UBS auch betiteln.
Ein Alleingang von Kweku Adoboli soll der UBS den Schlamassel eingebrockt haben, “um einen sehr professionell gemanagten Betrugsfall”, soll es sich handeln, so UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger.

Nun ja, die Ermittlungen sind erst angelaufen, aber der alleinige Schuldige wird er bestimmt nicht bleiben.
UBS-Chef Oswald Grübel, der sich in der Vergangenheit immer wieder vehement gegen schärfere Regeln beim Investmentbanking ausgesprochen hat, dürfte nun in Erklärungsnot geraten. Da wird auch keine alleinige Schuldzuweisung an Kweku Adoboli etwas daran ändern, die Risiken sind offensichtlich nicht zu kalkulieren und wenn die Trader von den Banken angehalten werden nach dem “Big Risk, Big Money” Motto zu arbeiten, dann machen die das auch.

Drei Jahren nach dem Lehmann Brothers Debakel und der darauf folgenden Banken- und Wirtschaftskrise, muss der Begriff “Lernresistenz” für das Bankenumfeld neu definiert werden. Solch kurze Halbwertzeiten beim Vergessen von guten Vorsätzen ist schon beachtlich.

Ein kleiner Trost mag sicherlich sein, dass die UBS eigenes Geld und nicht Kundengelder im hausinternen Casino verspielt hat. Vor dem Hintergrund der letzten Bankenrettung durch den Steuerzahler ist das wiederum ein sehr, sehr kleiner Trost…

Die nächste Bankenkrise kommt – schneller als es uns lieb ist -, denn das Problem hat System. Vielleicht muss eine UBS erst von uns fallen gelassen werden und Insolvenz anmelden, damit die Lernresistenz ein ende hat.

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail