Archive for the ‘Computer’ Category

Die Microsoft-Browser-Security-Check Lachnummer

Thursday, October 13th, 2011

Oder: Der Test, der keiner ist.

Microsoft versucht auf eine recht billige Art und Weise dem Internet Benutzer aufzuzeigen, wie sicher der Internet Explorer gegenüber den anderen Browsern ist.

Beim Aufruf der Seite yourbrowsermatters.org erscheint ein “Security Score”, der Aufschluss darüber geben soll, wie sicher der eingesetzte Browser ist.

Der Internet Explorer 9 glänzt mit der Bestnote 4 von 4 Punkte, der Firefox 7.0.1 mit traurigen 2 von 4 und Punkten und mein Opera Browser 11.51 gab gar nichts zurück. Dies machte mich ein wenig stutzig, sollten doch bei einem Test, Dinge wie XSS (Cross-Site-Scripting) oder CSRF-Angriffen (Cross-Site Request Forgery) unabhängig des Browsers durchgeführt werden können.

Ich habe mir dann mittels Firefox 7.0.1 den User Agent mal auf den Internet Explorer 9 gesetzt und siehe da: 4 von 4 Punkten!

Zudem suggeriert dieser Pseudotest immer eine hohe Sicherheit gegenüber dem eingesetzten Browser, unabhängig den effektiven Browser-Sicherheitseinstellungen. So gibt die Seite yourbrowsermatters.org für den Internet Explorer 9 immer noch ein Score 4 von 4 aus, obwohl die Sicherheit- und Datenschutzeinstellungen zwischenzeitlich auf die niedrigste Stufe gesetzt wurde.

Microsoft hätte auf der Seite noch eine Rubrik mit Scareware anbieten sollen. Wenn Warnung, dann aber auch richtig ;-)

Firefox 7.0.1 mit Standard User Agent

Firefox 7.0.1 mit IE 9 User Agent

Link des Tages

Thursday, September 15th, 2011

Emulator Multi Touch Midi Controller By Smithson Martin

Doom und Doom II vom Index gestrichen

Thursday, September 1st, 2011

Quelle: golem.de

Mit Wirkung zum 31. August 2011 hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien die 1994 erfolgte Indizierung der Spiele Doom und Doom II aufgehoben. Aus heutiger Sicht seien die Titel nicht mehr jugendgefährdend.

Auf 17 Seiten (PDF) begründet die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ausführlich, warum Doom und Doom II vom Index gestrichen wurden. Der entscheidende Punkt ist die technische Weiterentwicklung von Spielen, in deren Folge die Darstellungen der beiden Shooter-Klassiker heute nicht mehr als realistisch anzusehen sind.

Die BPjM dazu: “Der Spieler wird aufgrund der distanzierend wirkenden Grafik in das Kampfgeschehen nicht mehr emotional involviert. Es verbleibt sowohl auf der visuellen Ebene als auch auf der Tonebene der Eindruck von abstrakten und damit auch überdeutlich als fiktiv und als unrealistisch zu erkennenden Schilderungen. Das spielerische Erleben hinsichtlich der empathischen Beeinflussung der Rezipierenden ist demnach heute anders zu bewerten als noch vor 18 Jahren.”

War nicht die realistische Darstellung von Gewalt der Grund für die Indizierung dieser beiden Titeln?
Ich konnte damals schon den Entscheid einer Indizierung nicht nachvollziehen, eine Freigabe ab 18 Jahren wäre vertretbar gewesen. Die beiden Titel mit dieser Begründung wieder vom Index zu nehmen ist einfach nur lächerlich.

Offensichtlich wurde die Realität inzwischen noch realistischer :-)

Offline im Auftrag des Herrn

Friday, February 18th, 2011

Quelle: golem.de

Ein evangelischer Medienverband ruft zum “Medienfasten” auf: Eine Woche lang sollen Spielkonsole, Computer und Fernseher aus bleiben – damit mehr Zeit für Freunde und Familie ist und Kopf und Seele frei bleiben.

Wenn ein evangelischer Medienverband so ein Aufruf macht, geht es in erster Linie nicht um Freunde und Familie.

Aus dem golem.de Forum:

Dieser theologische Aufruf soll eigentlich nur heißen:
“Tausche Deine virtuellen Freunde, gegen einen imaginären Freund”

Damit ist zu diesem Thema alles gesagt worden :twisted:

Link des Tages

Thursday, February 10th, 2011

Picpick, die kostenlose und umfangreiche Snagit Alternative.

Männer schreiben die Wikipedia voll

Friday, February 4th, 2011

Quelle: spiegel.de

Diese Frage hat jüngst auch die Geschäftsführerin der Wikimedia-Foundation gestellt. Sue Gardner erklärte der “New York Times”, ein wichtiges Ziel der Stiftung sei es, den Anteil weiblicher Freiwilliger bis 2015 auf 25 Prozent zu erhöhen.

Demnach ist heute weniger als ein Viertel der Wikipedianer weiblich. Aber wie viele sind es genau? Ist das Verhältnis in Deutschland ähnlich?

Nanu? Braucht Wikipedia tatsächlich eine Frauenquote für “freiwilliges” Mitmachen?

Die Recherche nach genaueren Angaben als “Männerüberschuss” führt erst mal vor Augen, wie miserabel die Datenqualität – im Hinblick auf einige Details – bei einem eigentlich doch so umfassend digital dokumentierten Projekt wie der Wikipedia ist.
[...]
* gut 68 Prozent der Befragten sagten, sie würden die Wikipedia nur lesen, nicht aktiv als Autoren mitwirken
* von diesen Lesern sind fast 69 Prozent Männer
* von den Autoren sind gut 87 Prozent Männer.

Vermutlich ist die Datenqualität so schlecht, weil 87 Prozent der Beiträge von Männer geschrieben wurden, was der wirre Zusammenhang zwischen “Männerüberschuss” und Datenqualität wohl suggerieren will. Vermutlich lässt sich die Datenqualität nur durch eine Erhöhung des Frauenanteils anheben, alles klar!

Vielleicht schreckt Frauen überdurchschnittlich stark ab, was viele Wikipedia-Nutzer auch von der Mitarbeit abhält: Der Einstieg ist kompliziert, es gibt viele Regeln, die Ansprüche an neue Artikel sind hoch, es gibt wenige Themen, die völlig unbeackert sind.
[...]
Liegt es an die vielen Regeln? Liegt es an der für Einsteiger manchmal unübersichtlichen Benutzeroberfläche? Liegt es am Umgangston? Mangels Studien ist es unmöglich, da einen Grund zu benennen. Soziologe Stegbauer spielt das an einem Beispiel durch: “Denkbar wäre ja, dass der bisweilen raue Umgangston Frauen abschreckt. Aber: Um davon abgeschreckt zu werden, müssen Frauen ja erst mal mitarbeiten – wir wissen nicht, ob das geschieht.”

Vielleicht hat es was damit zu tun, dass Männer “eher” eine höhere Technik-Affinität haben als Frauen. Möglicherweise hat es auch mit einer grösseren Ausprägung von Narzissmus, oder einem Mitteilungsbedürfnis seitens der Männer zu tun, warum diese häufiger bei Wikipedia schreiben. Es kann aber auch sein, dass die meisten Frauen einfach kein Interesse daran haben sich aktiv in der Wikipedia-Community zu engagieren.

Es gibt da nur Einzelfälle, die illustrieren, wo ein Problem liegen könnte. Zum Beispiel die Geschichte einer Jura-Studentin, die Comics sammelt und in der englischsprachigen Wikipedia eine Kategorie für weibliche Superhelden anlegen wollte. Sie registrierte sich, schuf die Kategorie und pflegte Artikel ein. Dann kam es zur Abstimmung über die Kategorie, sie wurde für unnötig befunden und gelöscht.

Die Gegner argumentierten, die Kategorie sei “zu weit” gefasst, die Befürworter hielten dagegen, sie sei enger gefasst als die bestehende “Superhelden”-Kategorie, zudem habe das Geschlecht der Comicfiguren eine kulturelle Bedeutung. Die Gegner gewannen die Abstimmung, Die Autorin erinnert sich in ihrem Blog: “Dass ich als ein Neuling eine gute Idee haben und mich dafür engagieren könnte, diese Möglichkeit existierte nicht.” Sie pflegt ihre Material-Sammlung zum Thema inzwischen beim offenen Wikipedia-Gegenstück Wikia.

Die Löschdebatte hat in diesem Fall ein besonderes Geschmäckle (Autorin verteidigt einen Beitrag über Sexismus in der Popkultur gegen die Löschanträge überwiegend männlicher Nutzer), aber diese Art von Lösch-Aktionen dürfte jeden neuen Nutzer verschrecken, unabhängig von Geschlecht und Thema.

Schaut man sich die Historien der Artikel und die Forumsbeiträge mal genauer an, so sieht man dort, dass häufig ganze Seiten oder einzelne Rubriken abgelehnt, verändert oder gar gelöscht wurden. Bei einem Männeranteil von 87 Prozent dürften Löschungen von Beiträgen auch dementsprechend mehr Männer tangieren und kann daher bestimmt nicht Geschlechtsspezifisch begründet werden.

Jede/r kann bei Wikipedia mitmachen, wollen muss man halt nur…

Link des Tages

Monday, January 10th, 2011

Und gleich die Petition unterschreiben, damit wir nicht dem SUISA-Monster eines Tages noch eine Abgabe auf jedes IPv6-Küchengerät entrichten müssen.

Android Market – Neue Rückgaberegelung verärgert Kunden

Tuesday, December 28th, 2010

Quelle: golem.de

Noch bis vor kurzem war es im Android Market möglich, eine bezahlte Software bei Nichtgefallen innerhalb eines Tages zurückzugeben. Der Käufer bekam dann den Kaufpreis erstattet. Eine Rückgabemöglichkeit bietet der Android Market weiterhin, allerdings wurde die Zeitspanne erheblich verringert: Statt 24 Stunden bleiben dem Käufer nun nur noch 15 Minuten für eine Reklamation.

Besonders bei umfangreichen Spielen ist das Produkt innerhalb von 15 Minuten noch nicht einmal heruntergeladen. Der Anwender kann das Produkt also nicht bis zum Ende der Rückgabefrist ausprobieren. Er merkt auch nicht rechtzeitig, wenn ein Spiel auf dem eigenen Android-Smartphone gar nicht läuft. Das verärgert viele Nutzer des neuen Android Market, denn es kommt immer wieder vor, dass vor allem Spiele nicht auf allen Android-Geräten einwandfrei laufen.

Das 24 Stunden mehr als ausreichend sind um die Funktionalität eines App’s zu testen leuchtet ein. Aber 15 Minuten sind schon arg kurz, da hätte man mit einer Rückgabefrist von 60 Minuten den ganzen Wirbel mit verärgerten Kunden bestimmt verhindern können.

Minister Schünemann will PC- und Handyverbot für Verdächtige

Thursday, November 18th, 2010

Quelle: golem.de

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) will die Möglichkeiten der elektronischen Kommunikation für sogenannte “islamistische Gefährder” einschränken und den Einsatz der Onlinedurchsuchung und Vorratsdatenspeicherung erweitern. Das sagte Schünemann der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Der Minister wolle Personen, die verdächtigt würden, islamistisch motivierte Terroranschläge zu planen, mit Handy- und Computerverbot belegen, “um deren Kommunikation zu erschweren”. Auch die Länderpolizeien will Schünemann zu “Onlinedurchsuchungen von Computern oder präventiven Überwachungen von Telefonaten und E-Mails” ermächtigen.

Spannend, spannend. Zumal sich ein potentieller Terrorist bestimmt an solch ein Verbot halten wird, stellt sich zudem noch die Frage, wer denn “präventiv” Überwacht werden soll, wenn doch alle verdächtigen Subjekte keine Handys und Computer mehr benützen dürfen :-)

Ich dachte immer man kommt in Untersuchungshaft wenn ein ausreichender Verdacht auf eine geplante oder bereits durchgeführte Straftat besteht.
Schünemann fordert in meinen Augen eigentlich folgendes: Bei Verdacht erfolgt eine Bestrafung.

Die CDU ist ja momentan in Sachen Internet und moderner Kommunikation so richtig kreativ wenn es um Verbote und Feindbilder geht.

Vermummungsverbot und Radiergummi fürs Internet

Tuesday, November 16th, 2010

Quelle: golem.de

CDU-Politiker Axel Fischer fordert

Der CDU-Politiker Axel Fischer hat am Wochenende mit seiner Forderung nach einem Vermummungsverbot im Netz und einem Radiergummi für Netzinhalte für Gelächter im Internet gesorgt. Die Aufregung um seine plakativen Forderungen kann Fischer nicht nachvollziehen.

Fischer schreibt: “Wir brauchen ein ‘Vermummungsverbot im Internet’. Es kann nicht sein, dass sich viele Bürger in Foren oder anderen Einrichtungen des Netzes hinter selbstgewählten Pseudonymen verstecken und sich so vermeintlich jeglicher Verantwortung für Äußerungen und Verhalten entziehen. Nicht nur die Qualität von Diskussionen in Foren und Blogs leidet hierunter – die vermeintliche Anonymität verleitet viele Nutzer zu Äußerungen und Verhaltensweisen, die sie hinterher bereuen könnten.”

Darüber hinaus fordert er plakativ “die Einführung eines ‘Radiergummis’ im Internet, mit dem Inhalte nach einer gewissen Zeit gelöscht werden können”. Das sei insbesondere im Zusammenhang mit dem geforderten Vermummungsverbot wichtig: “Kein Vermummungsverbot ohne Radiergummi, sonst entsteht ein Ungleichgewicht. Wie im täglichen Leben auch, muss jeder prinzipiell die Möglichkeit haben, veröffentlichte Informationen zurückzuholen.”

Und wieder einmal schwingt sich ein tapferer Recke auf sein Schlachtross, gewillt im Kampf gegen das böse Internet und seinen düsteren Schergen, die abendländische Ehre zu retten. Denn es darf nicht sein, dass der Bürger – welcher ja von der dunklen Macht des Internets korrumpiert wurde – seine anonymen Absichten freien Lauf in der Datenwolke nachgeht.

Der mutige Recke, schlau wie ein Fuchs, hat noch ein Radiergummi-Ass im Ärmel, um auch die letzte anonyme Diskussionen, welche das Vermummungsverbot zu umgehen versucht, mit seiner CDU-Lanze in das Reich der Finsternis zurück zu radieren.

Welch Scharfsinn dieser Fischer doch an den Tage legt, so hoch auf dem Pferd galoppierend und aufrecht mit Wissen gepaart, entfernt er sich von der Realität hinweg, direkt in den Sonnenuntergang des Gelächters…