Ego Trip
Saturday, December 5th, 2009Erstellt mit PhotoFunia

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Tja, der Souverän hat gesprochen.
Die SVP und EDU haben es tatsächlich geschafft mit dieser unwürdigen und angst-schürenden Initiative eine Mehrheit des Stimmvolkes für sich zu gewinnen. Dieser Tag hat dem Ansehen der Schweiz und ihrer sonst so liberale Haltung gegenüber anderen Kulturen und Religionen definitiv geschadet. Ob sich dieser Volksentscheid auch tatsächlich politisch und juristisch umzusetzen lässt, bleibt für mich noch unbeantwortet. Die Verfassung der Schweiz und die Menschenrechtskonvention spricht dagegen, wie hier nochmals vermerkt wurde.
Schade, aber der Wille des Volkes ist zu respektieren.
Aus der Rundschau vom 07.10.2009:
Alarm an der Zürcher Pädagogischen Hochschule. Zahlreiche Studenten gehören freikirchlichen Bewegungen an. Streng gläubige Lehrer sind schweizweit vernetzt mit dem Ziel, Schulkindern ihren fundamentalistischen Glauben zu vermitteln. Konflikte zwischen Missionsarbeit und offiziellem Lehrplan zeichnen sich ab.
Lieber VBG
Ich erwarte als selbständig denkender Mensch, dass die Trennung der Religion im schulischen Lehrplan auch von Euch respektiert und ohne “Winkelzüge” (Hoffnung in der Schule) umgesetzt wird. Persönliche Meinungen in Glaubensfragen haben im offiziellen Lehrplan nichts verloren und gehören in die Privatsphäre. Vor allem die Evolutionstheorie als “unglaubwürdig” zu bezeichnen, bedarf schon ein gutes Stück “Unwissenheit”.
Aber was nicht in das Glaubenskonzept passt, darf halt nicht wahr sein…
Quelle: tagesanzeiger.ch
Zu Beginn des Spiels wird eine friedliche Landschaft gezeigt. Dann schiessen unzählige Minarette aus dem Boden und überziehen wie Speerspitzen das Land. Dies berichtet die Zeitung «Sonntag». Der Spieler muss auf die Gebetstürme zielen – jeder Treffer bringt ein Minarett zum Verschwinden. Wenn man nicht trifft, kommt der Muezzin auf das Minarett, der zum Gebet ruft.

Man führe sich mal vor Augen wie die SVP reagieren würde, hätte ein muslimischer Verein ein Spiel entwickeln lassen, in dem man auf Kirchentürme und Pastoren schiessen müsste.
Nur mal so ein Gedanke…
Die SVP gewinnt den Preis für die dümmste Polit-Kampagne seit es schwarze Schafe gibt.
tagesanzeiger.ch: «Die Islamisierung rückt näher»
So sitzt er [SVP-Nationalrat Walter Wobmann] da und referiert über den Nahen Osten und die Gefahren der islamischen Kultur. Er sei schon immer, schon in der Schule, einer gewesen, «der die Geschichte gut beobachtet» habe. Im islamischen Raum selber sei er noch nie gewesen. So eine Reise habe sich nie ergeben und nie aufgedrängt. Kenya habe man aber einmal besucht, in den Ferien, auf Safari und so. «Und in Buchs war ich in einer Moschee.» Unverdrossen und Stammtisch-gerecht jongliert er im Gespräch mit seinen Wissensbrocken über andere Länder und Kulturen, wirbelt Scharia mit Zwangsheiraten, Ehrenmorden, Beschneidungen und Christenverfolgungen durcheinander. Der Islam sei «extrem fanatisch. Für die Muslime gibt es nur Gläubige und Ungläubige.» Erlaube man Minarette, folge bald einmal der Muezzin, der Gebetsrufer, und am Ende das islamische Recht. «Wer zum Minarett Ja sagt, muss am Ende auch zur Steinigung Ja sagen», meint er.
Der gute SVP-Mann Wobmann bringt tatsächlich so einiges durcheinander. Dies scheint mir bei ihm aber eher auf Unkenntnis zurück zu führen zu sein, als auf bewusste Manipulation. Wobei auch er müsste wissen, dass ein möglicher Zusammenhang zwischen islamischem Recht, Steinigung und der Schweiz völlig absurd ist. Zudem ist der Islam nicht fanatischer als das Christentum. Einzelne Strömungen innerhalb des Islams und deren Interpretierung sind durchaus fanatisch, das Christentum hat diesbezüglich auch seine “schwarzen Schafe”, man erinnere sich an die Piusbruderschaft mit ihrem Vorsitzenden Richard Williamson.
[...] Er ist auch Christ, aber «Katholik mit einem grossen Fragezeichen». Er zahlt Kirchensteuer, hat nicht im Sinn auszutreten, «doch das Ganze mit Rom und dem Papst hat etwas Lebensfremdes».
In der Konsequenz müsste Herr Wobmann doch auch gegen katholische Kirchentürme sein, da diese eine Form des Glauben symbolisieren die Herr Wobmann als Lebensfremd empfindet.
Quelle: tagesanzeiger.ch
Das dieses Plakat in Basel verboten wurde finde ich soweit in Ordnung. Das man dies überhaupt verbieten muss finde ich eigentlich traurig, denn diese Propaganda ist in mehreren Punkten falsch und irreführend.
Wir haben in der Schweiz Religionsfreiheit. Dies bedeutet in erster Linie mal, dass jeder Mensch sein Glaube ausleben kann und deswegen nicht diskriminiert werden darf. Länder wie Saudi Arabien oder auch die Türkei mögen dies gegenüber Andersgläubigen Menschen bei sich zu Hause anders handhaben, wir sollten uns aber von diesen Praktiken distanzieren und nicht ins gleiche Horn blasen.
In der Bibel wird zudem nirgends davon gesprochen das Kirchtürme gebaut werden müssen. Ich möchte das Geschrei der SVP und EDU hören, würde man ein generelles Kirchturm Verbot fordern.
Solange Glaubensgemeinschaften – egal welche – keine rechtsstaatswidrige Handlungen begehen und andere Menschen – ob gläubig oder nicht – keiner ihrer Dogmen aufzwingen, haben diese einen Platz in unserer Gesellschaft und dem sollten wir Rechnung tragen.
Quelle: tagesanzeiger.ch
Was vielen aufgeklärten Bürgern rund um den Globus als einer der grössten Fortschritte der Geschichte gilt – dass Gesetze von ungläubigen Parlamentariern statt von Gottesdienern jeglicher Farbe geschrieben werden – ist in Becks Logik ein Fehler. «Warum sind wir Amerikaner so mächtig?» fragt er in der von ihm geschätzten rhetorischen Manier. Und befindet: Weil sie Gottes Autorität anerkennen würden. «Viele andere Länder» sähen das komplett falsch – in ihren Augen würden Menschenrechte durch die Regierung garantiert, durch irgendwelche Gremien – statt durch Gott selber. «Keine Regierung kann jedoch das Loch in uns ausfüllen, wenn Gott verjagt wird.»
Ja genau, darum ist China – ein Staat ohne Religion – so mächtig und wird der USA den Rang als Wirtschaftsnation bald ablaufen.
Ob sein Gott die Menschenrechte auch ohne Justiz und Gremien durchsetzten vermag?
Dank seiner Regierung und den vielen Gesetzen, Gremien, Organisationen und den Medien kann Glenn Beck Nachts ruhig schlafen und braucht keine Angst vor Willkür zu haben..
Wo war sein Gott eigentlich während der Amtszeit von G.W. Bush, als in Guantanamo hunderte von Menschen ohne Zugang zu der Justiz und den Menschenrechtsorganisationen eingesperrt waren?
Stimmt, dort geschahen ja keine Menschenrechtsverletzungen…
Quelle: Spiegel.de
“Wenn ich dir sage, dass Pumuckl existiert, glaubst du mir das dann?”, fragt Möller fordernd.
”Wenn du es mir beweist, dann glaube ich es dir”, entgegnet Bartsch.
Möller: “Siehst du, genau das möchte ich von dir auch. Beweis mir, dass Gott existiert.”
Bartsch: “Beweise, dass er nicht existiert.”
Möller: “Wenn du seine Existenz behauptest, bist du in der Beweispflicht. Und nicht ich.”
Bartsch: “Du nimmst doch manchmal Aspirin, oder? Warum? Du kannst doch nicht sehen, was darin ist.”
Möller: “Es steht aber auf der Packung, was drin ist.”
Bartsch: “Und wieso glaubst du das einfach so, was auf der Packung steht?”
Dies ist genau die Argumentationsbasis der Religiösen: Die eigene Behauptung muss nicht bewiesen werden, denn diese wird durch den eigenen Glauben schon bewiesen.
Zudem ist der Vergleich zwischen Aspirin und Gott nicht richtig, da Aspirin eine nachgewiesene und reproduzierbare Wirksamkeit hat. Das “Vertrauen” in eine neue Packung Aspirin resultiert in der Erfahrung, dass Aspirin in der Vergangenheit auch schon wirksam war (Alltagsbeweise) und das die Wahrscheinlichkeit einer unwirksamen Packung Aspirin statistisch gesehen extrem gering ist. Zudem fällt eine unwirksame Aspirin Packung beim Verzehr auf und seine fehlende Wirksamkeit lässt sich dann ebenfalls nachweisen.
Herr Bartsch zündet hier eine Nebelkerze an um von der Kernfrage der Beweisbarkeit ablenken zu wollen.
“Die Nichtexistenz – weder die von Pumuckl, noch von Gott – kann nicht bewiesen werden”, sagt Möller. Darum auch die ungelenke Formulierung “mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit”. Man wolle schließlich wissenschaftlich korrekt sein. “Aber eine ganze Menge Indizien sprechen gegen Gott”, betont er. Der Erzieher ist Sprecher der Atheisten – und so eloquent wie ein Prediger.
Zudem hat Herr Bartsch offensichtlich nicht verstanden, dass eine unbewiesene Behauptung durch das Hinzufügen weiterer unbewiesenen Attribute nicht wahrscheinlicher, sonder unwahrscheinlicher in seiner Gesamtheit wird.
Am Beispiel Gott
Gott existiert – unbewiesene Tatsache
Gott ist allmächtig – unbewiesene Tatsache
Gott ist allwissend – unbewiesene Tatsache
Gott ist allgütig – unbewiesene Tatsache
…
…
Gott liebt dich – unbewiesene Tatsache
Gott duldet keine anderen Götter neben sich – unbewiesene Tatsache
Gott hat die Welt erschaffen – unbewiesene Tatsache
…
…
Das Christentum hat hier das Problem, dass alle diese Eigenschaften auf Gott zutreffen müssen und das die Wahrscheinlichkeit eines solchen Wesens in seiner Gesamtheit faktisch unwahrscheinlich ist. Würde Gott nämlich einfach nur unbewiesen “existieren”, ohne weitere unbewiesener Attribute, so wäre Gott in seiner “Existenz” um ein vielfaches Wahrscheinlicher.
Die Machtfrage der Kirche hätte sich bei einem “nur existierenden” Gott zudem erübrigt.
Quelle: Spiegel.de
[...]
Der zuständige Ortsbischof Heinz Josef Algermissen bezeichnet die Weihe eines neuen Versammlungsortes der Traditionalisten nach Informationen des SPIEGEL als “Provokation” und als einen “die Einheit der Kirche gefährdenden Akt”.
Von welcher “Einheit” der Kirche spricht dieser Mann? Meint er vielleicht die vielen zersplitterten, teils widersprechenden Glaubensrichtungen die sich alle unter dem Namen “Kirche” versammeln?
Oder beschränkt er sich nur auf die katholische Kirche?
Bald kommt das Sommerloch und ich hole jetzt schon mal das Popcorn hervor um das Spektakel angemessen geniessen zu können…
Quelle: tagesanzeiger.ch
Liebe EVP, ich hätte da mal ne Frage

Quelle: Spiegel.de
[...]
Doch es bleiben Zweifel an dem Kurswechsel. Der Staatsanwalt befürchtet, die Familie könnte es nicht ernst meinen und die Chemotherapie erneut abbrechen, wenn Daniel sie nicht gut vertrage: “Sie haben ja bereits häufiger ihre Meinung geändert.”
Ohne Worte