Archive for October, 2009

Inglourious Basterds – Ein Kinoabend mit Sonja

Saturday, October 10th, 2009

Man mag Quentin Tarantino oder man hasst ihn. Diese Einschätzung dürfte bei seinem neuen Film “Inglourious Basterds” wie die Faust aufs Auge zutreffen. Zart besaitete Gemüter seien gewarnt: Der Film ist brutal und der Zuschauer wird förmlich in einen Strudel der Gewalt mitgerissen.

Auf der anderen Seite gibt es komplexe und lange, ja sehr lange Dialoge, die mit Sarkasmus, Bosheit und Häme durchzogen sind. Christoph Waltz, der die Rolle des Oberst Hans Landa spielte, legte eine Meisterleistung der Schauspielkunst ab. Sein Sadismus und die damit verbundene Schlauheit machten diese Rolle extrem komplex. Auch Til Schweiger der Hugo Stiglitz spielte überzeugte. Vor allem in der Szene in der Taverne wo Hugo Stiglitz über Minuten hinweg Dieter Hellstrom (August Diehl) anstarrte, hatte ich Tränen vor Lachen in den Augen (Die ganze Zeit mit der Marco Polo Karte auf der Stirn). Brad Pitt, der Leutnant Aldo Raine spielte, hatte was leicht versifftes und seine Affinität die Nazis skalpieren zu müssen, gab dem Film erst die nötige Portion Tarantino-Wahnsinn.

Sonja und ich sprachen danach noch lange über den Film und wir sind uns einig, dass die Kameraführung gelungen war und teilweise – im positiven Sinne – von der Norm abwich. Als Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent) von den beiden Uniformierten aufgefordert wurde von der Leiter herunter zu kommen und in das Fahrzeug zu steigen, gab es eine interessante Aufnahme der beiden Soldaten im Vordergrund, dazwischen Shosanna Dreyfus mit ihrem Kino und im Hintergrund das kleine Cafe.

Freunde der korrekten Wiedergabe der geschichtlichen Ereignissen werden enttäuscht sein. Tarantino hat sein eigenes Ende konstruiert und zwischendurch bekam man das Gefühl, dass er so etwas wie eine persönliche Vendetta mit Inglourious Basterds schaffen wollte.

Kennzeichnungspflicht für die Modebranche

Friday, October 9th, 2009

Quelle: tagesanzeiger.ch

filippahamilton

Abhilfe gegen diese verzehrte Wahrnehmung hilft meiner Meinung nach nur eine Kennzeichnungspflicht der Bilder auf nachträgliche Manipulation.

Vielleicht kann man bald solche oder ähnliche Hinweise unter den Fotos zu sehen bekommen:

“Dieses Foto wurde manipuliert und entspricht nicht den ursprünglichen Proportionen der abgebildeten Person”

“Powerded by Photoshop”

“Manipulationsfrei!”

“Das Nachahmen der Proportionen auf dem Bild kann zum Tode führen”

Minarett-Plakate: Basel verbietet sie, Zürich zaudert

Tuesday, October 6th, 2009

Quelle: tagesanzeiger.ch

minarettverbot

Das dieses Plakat in Basel verboten wurde finde ich soweit in Ordnung. Das man dies überhaupt verbieten muss finde ich eigentlich traurig, denn diese Propaganda ist in mehreren Punkten falsch und irreführend.

  • Der Bau eines Minarett ist Baubewilligungspflichtig und diesbezüglich gibt es ganz klare Bestimmungen wie hoch maximal ein Minarett sein darf. Hier wird es also keine “Islamic Skyscraper” geben.
  • Es wird auch kein Muazin fünf mal am Tag die Gläubigen zum Gebet aufrufen, denn dies wäre ebenfalls Bewilligungspflichtig. Das in der Schweiz in jedem Dorf mindestens ein Kirche steht, die jede Viertelstunde die Zeit in Form von Glockenschlägen angibt, wird bei dieser Diskussion häufig vergessen.
  • Der Zusammenhang zwischen dem Bau von Minaretten und der Burka tragender Frau kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Laufen denn bei uns alle Frauen wie Nonnen herum, nur weil in jedem Dorf eine Kirche steht?
  • Warum sind die Minaretten in schwarz und nicht wie üblich in weiser Farbe gehalten? Hier wird bewusst Angst geschürt und auf fragwürdige Symbolik zurückgegriffen.

Wir haben in der Schweiz Religionsfreiheit. Dies bedeutet in erster Linie mal, dass jeder Mensch sein Glaube ausleben kann und deswegen nicht diskriminiert werden darf. Länder wie Saudi Arabien oder auch die Türkei mögen dies gegenüber Andersgläubigen Menschen bei sich zu Hause anders handhaben, wir sollten uns aber von diesen Praktiken distanzieren und nicht ins gleiche Horn blasen.

In der Bibel wird zudem nirgends davon gesprochen das Kirchtürme gebaut werden müssen. Ich möchte das Geschrei der SVP und EDU hören, würde man ein generelles Kirchturm Verbot fordern.

Solange Glaubensgemeinschaften – egal welche – keine rechtsstaatswidrige Handlungen begehen und andere Menschen – ob gläubig oder nicht – keiner ihrer Dogmen aufzwingen, haben diese einen Platz in unserer Gesellschaft und dem sollten wir Rechnung tragen.

«Wer eigentlich braucht die Schweiz?»

Monday, October 5th, 2009

Quelle: tagesanzeiger.ch

Nur so mal ein Gedanke:
Stellt euch mal die Schweiz als Kolonialmacht vor, wir annektieren Libyen und erklären es zum 27. Kanton.
Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Ferien am Meer? Komm in die Schweiz!
  • Erdöl aus der Schweiz
  • Eine Marine welche am Meer stationiert ist hat eindeutig mehr Sexappeal als am Vierwaldstättersee
  • Genug Platz um mittels Solarenergie das Energieproblem lösen zu können
  • Genug Sand um ein Streusand-Monopol aufbauen zu können

Und das Beste dabei:
Die beiden gefangen gehaltenen Schweizer sind wieder zurück in der Schweiz!

Fox News Moderator Glenn Beck – Warum sind wir Amerikaner so mächtig?

Friday, October 2nd, 2009

Quelle: tagesanzeiger.ch

Was vielen aufgeklärten Bürgern rund um den Globus als einer der grössten Fortschritte der Geschichte gilt – dass Gesetze von ungläubigen Parlamentariern statt von Gottesdienern jeglicher Farbe geschrieben werden – ist in Becks Logik ein Fehler. «Warum sind wir Amerikaner so mächtig?» fragt er in der von ihm geschätzten rhetorischen Manier. Und befindet: Weil sie Gottes Autorität anerkennen würden. «Viele andere Länder» sähen das komplett falsch – in ihren Augen würden Menschenrechte durch die Regierung garantiert, durch irgendwelche Gremien – statt durch Gott selber. «Keine Regierung kann jedoch das Loch in uns ausfüllen, wenn Gott verjagt wird.»

Ja genau, darum ist China – ein Staat ohne Religion – so mächtig und wird der USA den Rang als Wirtschaftsnation bald ablaufen.

Ob sein Gott die Menschenrechte auch ohne Justiz und Gremien durchsetzten vermag?
Dank seiner Regierung und den vielen Gesetzen, Gremien, Organisationen und den Medien kann Glenn Beck Nachts ruhig schlafen und braucht keine Angst vor Willkür zu haben..

Wo war sein Gott eigentlich während der Amtszeit von G.W. Bush, als in Guantanamo hunderte von Menschen ohne Zugang zu der Justiz und den Menschenrechtsorganisationen eingesperrt waren?

Stimmt, dort geschahen ja keine Menschenrechtsverletzungen…